Tagesgedanke vom Sonntag, den 4. Oktober 2026
Männer und Frauen haben die Angewohnheit
Männer und Frauen haben die Angewohnheit, sich gegenseitig ihre Liebe zu gestehen und wissen nicht, dass sich ein auf den eigenen Vorteil bedachtes, ein egoistisches Element einschleicht, wenn sie so handeln. Sie wollen die Person, an die sie sich richten, anziehen, für sich gewinnen und einfangen. Sie schreiben ihr oder sprechen mit ihr so poetisch wie möglich, indem sie die Gesten, Worte und den richtigen Tonfall wählen, und die Person, die bezaubert, berührt und entzückt ist, lässt sich schließlich überzeugen. Liebe, die man ausdrückt, hat zum Ziel, die geliebte Person zu gewinnen und auch zu verhindern, dass ein anderer von ihr Besitz nimmt. Also sind es Egoismus und mangelnder Glaube an die Kraft der Liebe, welche die Menschen leiten. Da sie die wahre Liebe, welche Wunder vollbringt, nicht haben, beeilen sie sich, sie durch gewöhnliche Mittel wie Worte, Briefe und Gesten auszudrücken, um den Menschen, den sie lieben, gefangen zu nehmen. Wenn sie vorgeben, die Kraft des Gefühls treibe sie dazu, so zu handeln, dann unterstreichen sie noch ihre Schwäche, ihre Leidenschaft, ihre Sinnlichkeit. Ein wahrer Meister äußert seine Liebe nicht; das ist nicht nötig, denn man spürt seine Liebe, sie strahlt hervor.*
Omraam Mikhaël Aïvanhov













