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Tagesgedanke vom Montag, den 29. Juni 2026
Wenn man jemandem sagt
Wenn man jemandem sagt, er sei »ausgeglichen«, so gesteht man ihm eine der kostbarsten und am schwierigsten zu erreichenden Eigenschaften zu, denn sie ist das Ergebnis zweier entgegengesetzter Bewegungsrichtungen. Es gibt Menschen, die sprechen, gehen, sich beschäftigen... als hätten sie keine Mühe, damit zu leben und sich gut zu fühlen. Man könnte sagen, dass sie ausgeglichen sind. Aber nein, in Wirklichkeit stagnieren sie. Tag für Tag findet man sie, immer sich selbst gleichend, als wäre innerlich eine Feder ausgeleiert. Sie haben das gleiche ausdruckslose Gesicht, sie tun das Gleiche wie am Vortag, sagen das Gleiche wie tags zuvor usw. Auf diese Weise können sie sich nicht entwickeln. Ein gewisses Ungleichgewicht ist für unser Weiterkommen nötig, aber unter der Bedingung, dass wir wissen, wie wir uns beobachten und analysieren sollen, und um auch helfend einzugreifen, wenn die Waagschalen ein zu großes Ungleichgewicht aufweisen. Zu wissen, wie man Kräfte ausgleicht, gibt einem eine magische Macht über sich selbst und über die Natur, aber gleichzeitig muss man darüber wachen, eine bestimmte Pendelbewegung aufrechtzuerhalten. Denn an dem Tag, an dem die zwei Schalen vollkommen ausgeglichen sind, geht nichts mehr weiter, der Tod stellt sich ein. Der Tod ist das perfekte Gleichgewicht! Man muss also in seinem Inneren immer wieder ausgleichen, und das wirkliche Gleichgewicht ist der am schwierigsten zu erreichende Zustand.*
Omraam Mikhaël Aïvanhov