Tagesgedanke vom Freitag, den 4. September 2009
Mittels von Gleichnissen, d.h. Erzählungen von Tatsachen …
Mittels von Gleichnissen, d.h. Erzählungen von Tatsachen oder Ereignissen des täglichen Lebens verwendete, konnte Jesus die vielen einfachen Menschen, die zu ihm kamen, und gleichzeitig auch seine geistig weiterentwickelten Zuhörer, belehren. Und es kam vor, dass er, wie beim Gleichnis vom Sämann oder von Spreu und Weizen, für seine Jünger auch den Sinn dieser Geschichten erklärte. »Warum sprichst Du in Gleichnissen zu ihnen?« fragten ihn eines Tages seine Schüler, nachdem Jesus gerade zu einer großen Menschenmenge gesprochen hatte. Und er antwortete: »Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreiches zu verstehen, diesen aber ist’s nicht gegeben« (Mt 13,11). Jesus gab der Menge also Bilder und Geschichten. Seinen Jüngern erklärte er die Entsprechungen zwischen diesen Bildern, diesen Geschichten und den Wirklichkeiten des Seelenlebens. Und unter seinen Schülern erwählte er den Heiligen Johannes, um ihm den tieferen Sinn zu offenbaren. Man kann also sagen, dass er der Menge die Form gab, seinen Schülern den Inhalt erklärte und Johannes den Sinn enthüllte. Denn so ist es immer: Die Menge begnügt sich mit der Form, die Schüler arbeiten am Inhalt und die Eingeweihten entdecken den Sinn.
Omraam Mikhaël Aïvanhov













